Minimalinvasive Varikozele
Es gibt zahlreiche Operationstechniken für Varikozelen. Das gemeinsame Prinzip besteht darin, den pathologischen venösen Kreislauf zu schließen und in einer späteren Phase die Entwicklung eines Kollateralkreislaufs durch den Kreislauf der Vena deferentialis und der Vena gonadale externa zu ermöglichen.
Die Operationstechniken lassen sich in 3 Gruppen einteilen:
a) Bauchtechniken
b) Inguinale und subinguinale Techniken
c) Radiologische Techniken
Bauchtechniken
Hierbei handelt es sich um Techniken, bei denen die Gonadenvene auf Bauchhöhe ligiert und somit der Bauchbereich geöffnet wird. Sie können chirurgisch oder laparoskopisch sein und werden im Allgemeinen unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt. Dabei handelt es sich um eher invasive Techniken (Eröffnung des Bauchbereichs, Vollnarkose oder Spinalanästhesie) und mit Komplikationen behaftet: Beispielsweise kommt es in 8–10 % der Fälle zu einer Hydrozele (Flüssigkeitsansammlung um den Hoden), die einen zweiten chirurgischen Eingriff erfordert
Die inguinalen und subinguinalen Techniken
Hierbei handelt es sich um Techniken, die den Verschluss der Venen vor der Gonadenvene, den Venen des Plexus pampiniformis, beinhalten. Der Zugang erfolgt über einen Hautschnitt auf der Leisten-, Subinguinal- (äußerer Ring) oder hohen Skrotalebene.
Radiologische Techniken
Hierbei handelt es sich um Techniken, bei denen der Verschluss der Gonadenvene mithilfe von Kathetern (kleinen Röhrchen) erfolgt, die aus einer Armvene eingeführt werden. Der Vorteil dieser Techniken besteht darin, dass sie keinen Schnitt erfordern. Bei uns erfolgt die Retrograde Sklerose vorzugsweise über die Vene in der Armbeuge. Diese technische Modifikation hat den Vorteil, dass sie weniger invasiv ist als der transfemorale Zugang und ermöglicht eine leichtere Erreichbarkeit des renospermatischen Bezirks nicht nur links, sondern auch rechts, da der Katheter von oben nach unten verläuft. Eine kleine Menge Lokalanästhetikum an der Einstichstelle, durch die der Katheter eingeführt wird, reicht für den gesamten Eingriff aus. Sobald die Samenvene erreicht ist, wird unter Röntgenkontrolle die sklerosierende Substanz injiziert. Bei Vorliegen einer beidseitigen Varikozele ist es möglich, die Behandlung sowohl rechts als auch links in derselben Sitzung durchzuführen. Der Patient wird einige Stunden lang ruhig gehalten und noch am selben Tag entlassen.
Anterograde Sklerose
Nach örtlicher Betäubung der Leistengegend wird an der Wurzel des Hodensacks ein etwa 1 cm langer Einschnitt vorgenommen und eine Varikozelenvene direkt isoliert und kanüliert. Nach einer radiologischen Kontrolle des Venenverlaufs erfolgt die Injektion des sklerosierenden Mittels. Anschließend wird die Vene abgebunden und die kleine Wunde mit resorbierbaren Fäden vernäht. Der Krankenhausaufenthalt erfolgt in der Tagesklinik mit Entlassung am selben Tag. Auch hier haben wir einige technische Modifikationen eingeführt, die diesen Eingriff in jungen präpubertären und frühen Pubertätsstadien vorzuziehen machen.
Operationstechnik
Lokale Anästhesie: wird zwischen dem äußeren Leistenring und der Hodensackwurzel um den Funiculus herum mit einer dünnen Insulinnadel durchgeführt.
Hautschnitt: ca. 2,5 cm im oberen Teil des Hodensacks.
Exteriorisierung des Funiculus: Der Funiculus ist die Struktur, die den Durchgang zu den Blutgefäßen und Nerven des Hodens sowie zum Tubulus deferens (dem Samenkanal) ermöglicht.
Freilegung der äußeren Samenfaszie:
Die äußere Samenfaszie wird dann eingeschnitten, um die Venen zu erreichen.
Die Elemente der Standseilbahn werden erkundet
Die Deferens und die 3 Venenplexus des Hodens werden identifiziert:
a) der Plexus pampiniformis
b) der Plexus deferentialis
c) der Plexus cremastericus
Eine erweiterte Vene des Plexus pampiniformis wird isoliert.
Es wird eine Gonadenvene durchgeführt:
Phlebographie ermöglicht die Überprüfung der Kontinuität mit der Gonadenvene.
Die sklerosierende Flüssigkeit wird injiziert:
Die Flüssigkeit bewirkt eine fibrotische Retraktion, indem sie das Lumen der kanülierten Vene, der Seitenäste des Plexus pampiniformis und der stromabwärts gelegenen Gonadenvene verschließt.
Die zuvor eingeschnittenen Strukturen werden verschlossen, nämlich die Samenfaszie, die Unterhaut und die Haut.
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